Theater 1

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13.07.2017: "Eine Republik der Kinder"

27.09.2012: "Die zertanzten Schuhe"

Juni/Juli 2001: "Jaskors Reise zum Nordpol"

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Josef – ein echt cooler Träumer!
Dass einer, der Josef heißt cool sein soll, konnte ich mir zum Anfang unserer Musical-Vorbereitungen und Proben eigentlich nicht vorstellen. Aber so hieß das Musical nun mal. Übrigens: gemeint ist nicht der Josef von Maria und Jesus, sondern der mit den vielen Brüdern, die ihn nach Ägypten verkauft haben, weil er sie genervt hat. Keine schlechte Idee irgendwie, dachte ich manchmal in dieser Zeit, wenn mich mein kleiner Bruder nervte. Aber ich glaube nicht, dass ich viel Geld für ihn kriegen würde. Es ist ja auch nicht so richtig nett, seinen Bruder zu verkaufen, bloß weil man sich manchmal streitet.

Die ganze Geschichte von Josef will ich hier nicht nacherzählen, die könnt ihr in der Bibel nachlesen. Aber ein bisschen Hintergrund zum Entstehen des Musicals sollt ihr erfahren: Wir haben in zwei Besetzungen gespielt, also die eigenständigen Rollen. Sonst wäre es zuviel gewesen mit den Proben. Zum Schluss war es auch so noch genug.



Unsere Lehrer in den Klassen kannten uns nur noch von hinten – auf dem Weg zur Aula. Ein bisschen hat es uns unter Druck gebracht, dass die Aufführungstermine schon feststanden, als wir noch viel üben mussten und im Hort und bei Herrn Sczcambura das Bühnenbild und bei den Eltern die Kostüme gerade erst entstanden. Aber das hat uns natürlich auch angespornt. Na ja, und Frau Diestel, Frau Hechler und Frau Urban haben uns natürlich auch Mut gemacht. Ich wüsste gerne, ob sie selbst immer sicher waren, dass wir rechtzeitig fertig werden.

Es haben viele Mütter mitgeholfen, vor allem die Aufführung hätte ohne sie nicht geklappt, denn sie waren auch die Maskenbildnerinnen. So nennt man das Team, das die Schauspieler schminkt und frisiert. Alles in allem hat es mir viel Spaß gemacht, dabei zu sein. Trotzdem fand ich schade, dass ich so viele Unterrichts-Stunden verpasst habe. Denn was die Klassen inzwischen gemacht haben, mussten wir selbst zu Hause nacharbeiten. Ich kann ja schlecht in der Erdkundearbeit über die deutschen Mittelgebirge über Ägypten schreiben, bloß weil ich Potifars Frau gespielt habe.

Das einzige, was ich total blöd fand, war, dass viele nicht unterscheiden können zwischen einer Rolle und dem der sie spielt. Bich-Ly und ich mussten als Potifars Frau immer singen: „Ich bin so schön!“ Jeden Tag gab es irgendeinen auf dem Hof, der uns damit geärgert hat. Auch wenn sie selbst nicht gerade wie ein Model aussahen. Die Aufführungen waren eine schöne Belohnung und ihr wart ein tolles Publikum. Obwohl ich nicht so sicher bin, ob nun wirklich alle Josef am coolsten fanden und nicht eher den Schlagzeuger aus der Instrumentalgruppe von Frau Diestel.

Ach ja und zum Schluss noch der Tipp: Kleine Brüder sind zwar manchmal nervig, aber in Ägypten haben sie selber genug davon. Und Träumer haben zwar manchmal komische Ideen, aber manchmal sind sie auch ganz schön nützlich. Auch wenn nicht jeder Träumer Minister wird.

Chiara Jürs (Klasse 6a und Chor; redaktionell überarbeitet)

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